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Wenn ich tanze, tanze ich. Und wenn ich schlafe, schlafe ich.

— Unbekannt

Statt deine Welt zu verengen, deine Seele zu vereinfachen, wirst du immer mehr Welt, wirst schließlich die ganze Welt in deine schmerzlich erweiterte Seele aufnehmen müssen, um vielleicht einmal zum Ende, zur Ruhe zu kommen. Diesen Weg ist Buddha, ist jeder große Mensch gegangen, der eine wissend, der andere unbewusst, soweit ihm eben das Wagnis glückte. Jede Geburt bedeutet Trennung vom All, bedeutet Umgrenzung, Absonderung von Gott, leidvolle Neuwerdung. Rückkehr ins All, Aufhebung der leidvollen Individuation, Gottwerden bedeutet: seine Seele so erweitert haben, dass sie das All wieder zu umfassen vermag.

— H. Hesse, der Steppenwolf

Damals gab es keine Zeit, so wie es in der Erinnerung keine Zeit gibt. Es war nur der Sommer, in dem wir unten am Fluss waren, Forellen fingen, und ich dachte, dass sich nie was ändern würde.

— Ferdinand von Schirach, Kaffee und Zigaretten

Ihm genügt sein eigenes, erfülltes Leben. Es ist ihm unwichtig, wie dieses Leben aus Sicht anderer Menschen beurteilt wird, schließlich lebt er für sich und nicht für die anderen Leute seiner Umgebung.

— Theo Fischer, Wu Wei

Er hat keine Sorgen. Die Vergangenheit mit ihren Hypotheken an gemachten Fehlern und Unzulänglichkeiten ist vorbei, sie existieren nicht mehr, und niemals kramt der Mensch des Tao in seinen Erinnerungen und holt den alten Plunder hervor. Was er an schwerwiegenden Dingen früher getan hat, zu dem steht er, identifiziert sich ohne Furcht damit, besieht sich die begangenen Fehler. Aber damit hat es sich. Er zerquält sich nicht andauernd und reibt sich auf mit Selbstvorwürfen und nutzloser Reue.

— Theo Fischer, Wu Wei

Dunkel und schwer Zeit dich gebiert Gläsern der Schein Kalt das Begehr Stille erklingt Schönheit ihr Hall Doch Tod innewohnt All deinem Kristall

— Sun of the sleepless, Kristall

Der versteinerte Engel noch von Erinnerung träufend von einem früheren Weltall ohne Zeit In der Frauenstation wandernd im Bernsteinlicht eingeschlossen mit dem Besuch einer Stimme vorweltlich ohne Apfelbiss singend im Morgenrot vor Wahrheit -

Und die anderen kämmen die Haare vor Unglück und weinen wenn die Raben draußen ihre Schwärze entfalten zur Mitternacht

— Nelly Sachs, Der versteinerte Engel